
Kunst trifft Lebensfragen
Bilder als Begleitung in einem sensiblen Raum
In der psychologischen Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen ist vieles in Bewegung: Gedanken, Gefühle, Beziehungen – manchmal auch Lebensentwürfe. Es ist ein Raum, in dem Menschen über ihre Zweifel sprechen, Entscheidungen abwägen, Krisen bewältigen oder einfach Orientierung suchen. Und nun ist es auch ein Raum, in dem Kunst spricht – oder besser gesagt: Impulse gibt.
Die Freiburger Künstlerin Andrea Dürr stellt aktuell eine Auswahl ihrer Werke in den Räumen der Beratungsstelle aus. Ihre Bilder sind keine bloße Dekoration, sondern treten in leiser, aber kraftvoller Weise in Beziehung mit dem, was Menschen hier beschäftigt. Farben, Formen und Strukturen regen an, ohne zu überfordern. Sie öffnen innere Räume – für Assoziationen, Erinnerungen, neue Gedanken.
Kunst trifft hier auf Lebensfragen, denn wie die Beratung, so lässt auch die Kunst Spielraum. Es geht nicht darum, eine eindeutige Botschaft zu vermitteln, sondern vielmehr darum, Resonanz zu ermöglichen. Manche Ratsuchende bleiben kurz stehen, andere entdecken erst beim zweiten Blick ein Detail, das sie anspricht. Vielleicht weckt ein Bild eine Stimmung, vielleicht spiegelt es etwas Inneres. Vielleicht sagt es auch einfach: Du darfst schauen. Du darfst fühlen.
Andrea Dürr arbeitet mit viel Gespür für Zwischenräume – für Übergänge, für innere Bewegtheit, für das, was sich nicht leicht in Worte fassen lässt. Ihre Werke fügen sich damit fast selbstverständlich in die Atmosphäre der Beratungsstelle ein. Sie begleiten still, aber präsent.
Die Ausstellung ist Ausdruck einer Haltung: dass menschliches Erleben vielschichtig ist – und dass Kunst ein Zugang dazu sein kann. Ein Zugang, der nicht analysiert, sondern spiegelt. Der nicht bewertet, sondern inspiriert.
So wird die Beratungsstelle zu mehr als einem Ort für Gespräche: Sie wird zu einem Ort, an dem Kunst und Leben sich berühren – manchmal flüchtig, manchmal bleibend. Und vielleicht ist genau das der Anfang eines neuen Dialogs.
Informationen zur Künstlerin:
Andrea Dürr, geboren 1961 im Kinzigtal lebt und arbeitet in Freiburg. Sie ist Mutter zweier Töchter und verheiratet mit dem Theaterregisseur Hans Dürr.
Seit 1988 beschäftigt sie sich mit der Malerei. Sie begann sich als Autodidaktin mit der ausdrucksstarken gegenständlichen Malerei auseinander zu setzen. Daran anschließend absolvierte sie Mitte der 90er Jahre ein Studienjahr an der freien Schule für Malerei in Badenweiler/Lipburg unter der Leitung von Imke und Gerd Helmers. Maßgebenden Einfluss auf ihre künstlerische Entwicklung sollte in den folgenden fünf Jahren das Studium der Malerei in der Malschule des australischen Künstler Paul Pollock im Albert Magnushaus in Freiburg bekommen.
„Meine Art des Malens mit dem Prozess der Vielschichtigkeit ermöglicht das Entstehen von Räumlichkeit in den Bildern. Diese sind transparent, ohne harte Grenzen, eher wie offene Türen, durch die ich und Sie als Betrachter wie bei einem Spaziergang flanieren können.“
Seit 2019 ist sie Mitglied im Verein Bildende Kunst Lörrach e.V.
Zahlreiche Ausstellungen in Deutschland, Frankreich und der Schweiz zeugen von einer intensiv gelebten Leidenschaft.
E-mail: atelier@andrea-duerr.de







